Wie gefährlich ist ein Job als Medikamententester? Welche Risiken bestehen?

Sogenannte Medikamententests bzw. medizinische Studien finden heutzutage überall und tagtäglich statt, ohne dass dies der breiten Masse der Bevölkerung wirklich bewusst wäre.

Die Aufmerksamkeit der Medien erfolgt in der Regel erst dann, wenn ernst zunehmende Komplikationen während einer der Studien auftreten. Die geringe Zahl an bekannten Fällen mit schweren Komplikationen nach einem Medikamententest zeigen, dass Pharmaunternehmen Sorgfältigkeit und die Sicherheit der Probanden an oberste Stelle setzen.

Ein wahrer Fakt ist: Der überwiegende Großteil der Studien verläuft ohne besondere Vorkommnisse.

Vor der Erprobung eines neuen Wirkstoffes bzw. eines neuen Medikamentes am Menschen, werden sogenannte pre-klinische Studien mit unterschiedlichen Stufen durchgeführt.

Dabei wird versucht die Unbedenklichkeit eines neuen Medikamentes nachzuweisen wobei nicht nur ein Augenmerk auf die Wirksamkeit des zu testenden Wirkstoffes gelegt wird, sondern auch die Verträglichkeit ein wesentlicher Faktor ist.

In der Stufe 1 der pre-klinischen Tests finden normalerweise Tierversuche statt. Stufe zwei umfasst dann weitergehende chemisch-physikalische Tests und toxikologische Untersuchungen um die Wirkung des neuen Medikamentes in Zellkulturen bestmöglich zu erforschen. Bevor nun aber ein neues Medikament für den Versuch am Menschen freigegeben wird, muss eine übergeordnete Instanz - die Ethikkommission - entscheiden, ob eine weitere Erforschung nicht nur ethisch und moralisch vertretbar, sondern auch für unsere Gesellschaft erstrebenswert ist.

Die Risiken für einen menschlichen Probanden unterscheiden sich auch je nach Erprobungsphase eines Medikaments. Phase 1 wird ausschließlich mit gesunden Probanden durchgeführt, Phase 2 erfolgt dann am kranken Patienten selber. In Phase 1 ist das Risiko einer unerwarteten Nebenwirkung tendenziell noch am größten, da der jeweilige Wirkstoff zum ersten Mal am Menschen erprobt wird (zuvor wurden diese Medikamente aber natürlich an dem Menschen genetisch ähnlichen Tiergattungen getestet). Deswegen gelten gerade in der ersten Erprobungsphase besonders strenge Regelungen und Überwachungen, eventuell sogar verbunden mit stationären Krankenhausaufenthalten um die Probanden jederzeit unter Beobachtung zu halten und bei eventuellen Komplikationen sofort eingreifen zu können. Hinzuzufügen wäre, dass in Phase 1 nur äußerst geringe Mengen des zu testenden Wirkstoffes verabreicht werden. Für Phase 2 kommen nur Menschen in Frage, die auch das jeweils für den Test spezifische Krankheitsbild verfügen. Dies schränkt die Auswahl an Probanden natürlich erheblich ein, gerade wenn es um exotischere Erkrankungen geht.

Sie haben weitere Fragen zum Thema Probanden Studien? Dann schauen Sie doch mal in unseren Medikamententester FAQ nach.